Mutter Georgiens

»Mutter Georgiens«, Tiflis/Tbilissi. Foto: © Frank Gaudlitz
»Mutter Georgiens«, Tiflis
Foto: © Frank Gaudlitz

In Tiflis gibt es eine Reihe von internationalen und lokalen Organisationen und Initiativen, die Menschen helfen, die die Ukraine verlassen mussten.

Unite Together, wurde von Dmytro Korin gegründet, einem Ukrainer, der mit seiner Familie zu Beginn des Krieges in Georgien Urlaub machte. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass mehrere Wohnheime und Anlaufstellen entstanden. Mittlerweile erhält Unite Together auch Unterstützung aus Deutschland.

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Wenn wir ukrainische Flüchtlinge fragen, …

Jekateryna L., 33 Jahre mit ihren Kindern Nonna, 5 Jahre; Alina, 7 Jahre; Diana, 9 Jahre; Ilona, 13 Jahre; und Saur, 16 Jahre; Julieta K. mit ihren Kindern Elza, 13 Jahre und Maja, 16 Jahre; und Julietas Mutter Nelli K., 71 Jahre. Foto: © Frank Gaudlitz
Jekateryna L., 33 Jahre mit ihren Kindern Nonna, 5 Jahre; Alina, 7 Jahre; Diana, 9 Jahre; Ilona, 13 Jahre; und Saur, 16 Jahre;
Julieta K. mit ihren Kindern Elza, 13 Jahre und Maja, 16 Jahre; und Julietas Mutter Nelli K., 71 Jahre
Foto: © Frank Gaudlitz

… warum sie nach Georgien gekommen sind, sagen viele, dass Georgien nicht weit weg ist, dass man entweder auf dem Landweg hierherkommen kann (über Russland, falls es keinen anderen Ausweg gibt), oder dass man von Polen aus günstig fliegen kann.

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Übergangswohnheime

Nina M. , 72 Jahre, und ihr Eheman Aleksandr M., 76 Jahre, aus Cherson. Foto: © Frank Gaudlitz
Nina M. , 72 Jahre, und ihr Eheman Aleksandr M., 76 Jahre, aus Cherson
Foto: © Frank Gaudlitz

In Tiflis gibt es mehrere Übergangswohnheime für neuankommende oder erkrankte ukrainische Flüchtlinge, die für einen Zwischenaufenthalt gedacht sind. In Wirklichkeit aber bleiben viele Bewohner lange Zeit in den Wohnheime – sie können einfach nirgendwo anders hin.

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Anna N., 31 Jahre

Die Namen wurde aus Sicherheitsgründen geändert.

Sergei K., 36 Jahre, Natalia P., 36 Jahre und Warja K., 8 Jahre, aus Moskau. Foto: © Frank Gaudlitz
Sergei K., 36 Jahre, Natalia P., 36 Jahre und Warja K., 8 Jahre, aus Moskau
Foto: © Frank Gaudlitz

Wir lebten in Wolgograd und die endgültige Entscheidung, Russland für immer zu verlassen, fiel, als Navalny im Jahr 2021 ins Gefängnis kam. Wir hatten uns ein ganzes Jahr lang darauf vorbereitet, in die USA auszuwandern und in diesem Moment, als wir schon so konkrete Vorbereitungen getroffen hatten, begann der Krieg, und all unsere Pläne und Träume zerschlugen sich. Aber es war uns klar, dass wir definitiv nicht in diesem Land bleiben würden, und plötzlich wurde es dringend… Wir verkauften unser Auto und schafften es, Tickets zu kaufen, ließen einfach alles stehen und liegen und gingen weg, mit zwei Koffern und zwei Kindern.

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Im Grenzgebiet zu Südossetien

Familie in Kvemo Chala. Foto: © Frank Gaudlitz
Familie in Kvemo Chala
Foto: © Frank Gaudlitz

Am Sonntagmorgen brechen wir mit einer Gruppe georgischer und russischer Freiwilliger in Richtung der südossetischen Grenze auf. Dawit Katsarawa, der Anführer der Anti-Besatzungsbewegung für Südossetien, hat unserer Teilnahme an dieser Aktion zugestimmt.

Nach dem Kaukasuskrieg von 2008 zwischen Georgien und Russland verblieben russische Truppen als Besatzer in Südossetien und Abchasien. Die Unabhängigkeit der beiden Regionen wird außer von Russland nur von wenigen Ländern der Welt anerkannt. Das georgische Außenministerium hatte 2022 darauf hingewiesen, dass es immer wieder Verschiebungen der Grenzmarkierungen in Richtung des georgischen Staatsgebietes gibt. Illegale Verhaftungen, Entführungen, schwere Menschenrechtsverletzungen und ethnische Diskriminierung der georgischen Bevölkerung in Südossetien und Abchasien sind an der Tagesordnung.

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Irina N.

Die Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.

Oleksandra O., 39 Jahre, aus Kherson. Foto: © Frank Gaudlitz
Oleksandra O., 39 Jahre, aus Kherson
Foto: © Frank Gaudlitz

Irina N.

Ich habe gerade meinen 55. Geburtstag hier in Batumi gefeiert. Das sind die Geschenke, die mir von den Menschen gegeben wurden, die auf dem Platz (Maidan) stehen. Wir alle stehen jeden Tag auf dem Platz, bei Regen und Schnee bis zum Peremoga (ukrainisch: Sieg).

Ich habe vor dem Krieg in der Region Cherson gelebt, an der Antonovskiy-Brücke. Der Krieg hat mich in Cherson erwischt, ich war im Krankenhaus. Es war nicht mehr möglich, nach Hause zu gehen. Man sagte mir, das Dorf sei bereits erobert, Panzer stünden schon in den Gemüsegärten. Es gab keinen Ort mehr, an den ich gehen konnte.

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Batumi II

Batumi. Foto: © Frank Gaudlitz
Batumi
Foto: © Frank Gaudlitz

In Batumi blüht immer etwas und immer wird etwas gebaut. So oder Volksmund. Ende März sind es die Magnolien und Tkemali-Pflaumen (Aus ihnen wird eine spezielle Soße hergestellt, die in der georgischen Küche sehr beliebt ist). Die meisten Bäume in der Stadt stammen aus anderen Regionen. Kampferbäume werden gepflanzt, weil sie schnell wachsen, Eukalyptusbäume zur Austrocknung des sumpfigen Bodens. Bauen in Batumi ist kompliziert, da sich die Gruben buchstäblich sofort mit Wasser füllen. Und doch „wachsen“ überall in der Stadt neue 30- bis 40-stöckige Häuser weiter am Meer entlang – mit Wohnungen, Appartements und Hotels. 

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Und das Ende ist der Kieg

Plakat zur Ausstellung
Fotoausstellung von Frank Gaudlitz in Regensburg

Seit mehr als drei Jahrzehnten setzt sich Frank Gaudlitz fotografisch mit der Entwicklung Russlands auseinander, beginnend 1988, den letzten Jahren der Sowjetunion, entwarf er in den 1990er Jahren anhand der Lebenssituation des Einzelnen ein psychologisches Gesellschaftsporträt dieser verlustreichen Zwischenzeit.

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Elena P., 38 Jahre und Walja R., 65 Jahre

Die Namen wurde aus Sicherheitsgründen geändert.

Julia B., 39 Jahre mit ihrem Sohn Seva, 6 Jahre, aus Kherson
Foto: © Frank Gaudlitz
Elena P., 38 Jahre und Walja R., 65 Jahre

Elena: Wir kommen aus Nova Kakhovka, das ist im Oblast Kherson. Wir sind am 7. April 2022 abgereist, eigentlich haben wir die Entscheidung schon am Vortag getroffen, weil sie gerade Butscha und Irpin geräumt hatten, haben morgens gepackt und sind losgefahren. Wir hätten nicht gedacht, dass es so lange dauern würde. Ursprünglich wollten wir auf die Krim, aber natürlich konnten wir nicht auf der Krim bleiben, weil wir nicht jeden Tag russische Flaggen sehen wollen, also sind wir weiter gefahren. Georgien lag am nächsten. Wir haben einen Wagen genommen, ich habe es nicht riskiert, alleine zu fahren, alleine auf russischen Straßen mit ukrainischen Nummernschildern. Damals war überhaupt nicht klar, wie und was, und soweit ich weiß, hatte nicht jeder ein positives Ende auf der Straße.

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Batumi I

Batumi, Europaplatz, 21. März 2023. Foto: © Frank Gaudlitz
Batumi, Europaplatz, 21. März 2023
Foto: © Frank Gaudlitz

Ende März ist in Batumi noch keine Touristensaison – die meisten Besucher kommen erst im Juni hierher. In den letzten Jahren aus der Türkei, den arabischen Ländern und Russland. Vor dem Krieg kamen viele ukrainische Touristen in die Stadt. Jetzt gibt es keine Flüge mehr. Seit Kriegsbeginn finden jedoch viele ukrainische Flüchtlinge andere Wege in die Stadt – über die Krim oder per Flug aus Polen.

Manche hatten Freunde oder Verwandte hier. Viele sind gekommen, weil das Leben hier billiger ist. Wir treffen mehrere ukrainische Frauen, deren Ehemänner oder Söhne als Seeleute auf internationalen Schiffen arbeiten, die oft die Türkei anlaufen – die türkische Grenze ist nur 15 km entfernt.

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