Natascha und Anton P.

Die Fluchtberichte stammen nicht von den abgebildeten Personen.

Natascha. Foto: © Frank Gaudlitz
Natascha
Foto: © Frank Gaudlitz

Natascha und Anton P.

Natascha: Am 1. Juli erlebten wir einen Raketenangriff. Zwei Raketen zerstörten ein Sanatorium. Eine weitere traf den Nebeneingang in unserem Block. Bis zur 5. Etage war alles zerstört. 22 Menschen sind gestorben. Wir mussten sie ohne Kopf begraben. Die Kinder wurden nach Deutschland gebracht.

Es war ein gutes Haus, 9 Etagen, Ärzte und Lehrer haben dort gewohnt. Es wurde nach tschechischem Vorbild in der Sowjetunion gebaut. Im Umfeld war alles Grün. Von einem Augenblick auf den anderen war davon nichts mehr übrig und uns wurde uns klar, dass wir weggehen müssen. Wir haben uns ins Auto gesetzt und sind nach Moldau gefahren. Zuerst haben wir bei der Schwester von Antons Mutter gewohnt.

Anton: Manche meiner Freunde sind auch weg, manche geblieben. Zuerst sind diejenigen gegangen, die sich ein Leben woanders leisten können. Aber nicht alle haben so viel Geld und es ist mit Kindern nicht einfach, in ein anders Land zu fahren. Ich bin in der Familie der einzige geblieben, der Geld verdient. Früher haben alle gearbeitet.

Unsere Wohnung ist jetzt zerstört, fensterlos, keine Türen, nur die Außenwände stehen noch. Überall sind Risse in den Wänden. Als das passierte, war ich zu Hause. Nun lebt niemand mehr dort.

Flüchtlingswohnheim in Chişinău. Foto: © Frank Gaudlitz
Flüchtlingswohnheim in Chişinău
Foto: © Frank Gaudlitz
Foto: © Frank Gaudlitz
Foto: © Frank Gaudlitz

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